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Der Rucksack ist gepackt, ich habe reichlich Proviant mitgenommen für heute, die anderen warten schon unten am Gartentor auf mich, ich bin aufgeregt. Ein Ritual steht an – wir werden hierzu zu den Correos...

 

de Corro wandern, eine der Haupthöhlen des letzten Guanchenkönigs in der Wildnis des Anagagebirges.

Ich bin noch aufgewühlt von den Erkenntnissen des letzten Abends, die Einsicht in ein Verhaltensmuster, mit dem ich mich in den letzten 10 Jahren selbst sabotiert hatte. Ich versuche die Gefühle von Wut und Trauer loszulassen und mich einfach auf eine schöne Wanderung mit den anderen zu freuen.

 

Nach einer kurzen Fahrt hinauf auf den Paß des Bailladero beginnt der Aufstieg durch einen märchenhaften Lorbeerwald. Immer wieder hält Evelin an, bleibt scheinbar unvermittelt stehen. Wir spüren die Andacht der Frau in den ausgelatschten Turnschuhen, werden selbst still, beginnen zu lauschen – und nehmen mehr und mehr die Besonderheiten dieses Ortes wahr: die Majestät der Bergheide, an der ich selbst mich lässig angelehnt hat, wird mir mit einem male bewusst. Ich drehe mich zu diesem wundervoll rötlich-zarten Baum hin, staune über die Zartheit der rotbraunen, filigran gewebten und sehr trockenen Rinde – und zugleich die beträchtlichen Ausmaße dieser Pflanze. Evelin nickt mir zu und bedeutet mir, ich solle mich in die Stammgabelung des Baumes begeben, in der tatsächlich reichlich Platz zum sitzen ist. Umgeben von den fein benadelten Ästen höre ich, wie meine Gruppe weitergeht und sich mehr und mehr entfernt. Es wird still, ich höre das Plätschern des Wasserfalls, den wir vorhin passierten, und die unzähligen Vogelstimmen, den Wind in den Wipfeln der Bäume und das Rieseln der Zeit.

Ruhe breitet sich in mir aus. Ich blicke noch einmal zurück auf die Ereignisse, die mich hierher, an diese sonderbaren Ort mit diesem ungewöhnlichen „Seminar“ gebracht haben: So viel Kampf, so viel Eile, so wenig Stille und Wärme. Wie lange schon empfinde ich meine Arbeit in der Versicherung als einengend – wenn ich ehrlich bin. Natürlich macht es mir Spaß, die Workshops vorzubereiten, unsere Key Accounts in aller Welt zu besuchen. Ich habe mir Ansehen und Gestaltungsfreiraum erarbeitet – so viele Jahre – ich verdiene hervorragend,…. aber…. Ich kann nicht mehr atmen. Alles an mir ist fest und ausgerichtet, funktioniert und … erschöpft. Diese tiefe Unzufriedenheit in mir hat mich unzugänglich gemacht für die Schönheit und die Leichtigkeit des Lebens. Mein „Kopf“ sagt mir immer wieder, dass das eine Illusion ist, dass ich durchhalten muss und es eigentlich ganz gut getroffen habe. Ich blicke auf meine Partnerschaft, die nach siebzehn Jahren zerbrach am vergangenen Weihnachten. Trotz der Erschütterung, als er mir sagte, er würde gehen, kommt es mir nur logisch vor. Wir haben alles füreinander gegeben – nur nicht unsere eigenen Ziele. Alles zusammen – doch jeder für sich – auf der Jagd nach Anerkennung und Erfolg. Es musste sein. Dieser Weg ist jetzt zu Ende.

 

Der holzige Duft der Baumheide holt mich zurück in das Hier du Jetzt. Die Geborgenheit dieses Ortes nimmt mir die Zweifel und Unzufriedenheit. Und ich betrachte diesen uralten Baum, sehe abgestorbene Zweige, sehe seine trockenen, kleinen Blättchen, als würden sie ihre kostbare Energie nur sehr vorsichtig dem Leben aussetzen. Ich sehe seine Wärme und Verletzlichkeit – und zugleich steht vor mir ein kraftvolles und gereiftes Wesen.

 

Ich erhebe mich, ein kleiner Abschied, und dann schließe ich zur Gruppe auf.

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