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Auszeit im Dschungel

... und hier kommt der dritte Teil meiner Rückschau: Wie der Dschungel mich lehrte, "nur" ich selbst zu sein und mich ganz meiner Berufung hinzugeben:

04122011419Ich begann, mich in der Fülle des Lebens und in der Planlosigkeit meines Lebens eizurichten. Mit jedem Tag, den es mir gelang, ganz präsent zu sein, jede Beobachtung und jede Tätigkeit mit äußerster Achtsamkeit zu erleben, schwand die Angst davor, aus dem System zu fallen, verblassten die Horrorbilder meiner Erziehung von gescheiterten Existenzen, dem Korsett des bürgerlichen Anstands. Dabei bemerkte ich, dass meine Wahrnehmung und meine Gedanken viel klarer, viel präziser wurden und der Schritt zwischen Gedanke und Umsetzung winzig klein wurde.

Erkenntnis zu Tat. Ad hoc. Präzise. Ohne Bedingungen und Umwege.

Meine kargen Kontakte zu anderen Menschen waren ebenfalls verändert: Auch hier eine Präsenz und Plastizität, die ich vorher nicht gekannt hatte.
Begegnungen fanden auf allen Ebenen gleichzeitig statt – Herz, Geist und Körper – und wenn Berührung stattgefunden hatte, ging ich ohne jede Anhaftung, ohne jede Idee von „mehr“ oder „anders“ meiner Wege.

Offenbar war es mir gelungen, meine Ängste, Schatten und Narben zu transformieren. Wie nach dem Fortnehmen eines Schleiers war meine Wahrnehmung verändert – und der Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Resonanz, zwischen Innen und Außen glasklar und präzise gestaltbar.

Diese neue Lebendigkeit und Plastizität meines Lebens eröffnete mir auch einen neuen Blick auf meinen Weg und meine Vergangenheit:
Jenseits von dem, was „gewollt“ und „gewünscht“ gewesen war erschlossen sich mir Zusammenhänge meines Lebens ganz neu: Faser für Faser zeigte sich der Sinn hinter all den Ereignissen und Begegnungen – ganz unabhängig von der damals empfundenen Bewertung:

Dabei stimmte das, was ich mir in vergangenen Momenten gewünscht hatte keineswegs überein, mit dem was tatsächlich geschehen war. So oft war ich in Zusammenhänge eingetreten, um der Geborgenheit und Zugehörigkeit willen. Gewissenhaft hatte ich die mir übertragenen Aufgaben und Pflichte übernommen und mich nach besten Möglichkeiten in bestehende Strukturen eingefügt. Doch schon bald, nachdem ich hinzugekommen war – seien es private oder berufliche Konstellationen – stiegen Schattenwesen an die Oberfläche, wurden Sachverhalte sichtbar, die lange unter dem Deckmantel des Scheins geschlummert hatten. Mit diesen aufsteigenden Wahrheiten begann das gesamte System, in dem ich mich befand, sich zu transformieren: Menschen, Prozesse, Organisationen. Und ich stand mittendrin und hatte die Rolle der Schattenzämerin.
Wie unglücklich war ich oft gewesen über die vermeintliche „Täuschung“. Ich zweifelte an meinen Fähigkeiten, die Situation vorher richtig einzuschätzen und beschimpfte mich regelrecht als Unruhestifterin. Wie verzweifelt war ich so oft gewesen, dass das System mich wieder ausschied, nachdem die Schatten aufgelöst waren.

In der Stille des Dschungels allerdings, als ich mit erweiterter Wahrnehmung den Faden meines Lebens rückwärts spann, eröffnete sich ein ganz neues Verständnis für diesen Vorgang. In der – wie ich mittlerweile weiß: schamanischen Technik – des „Zurückrollens“, des Betrachtens der Vergangenheit Minute für Minute, konnte ich nicht mehr übersehen, dass es jedesmal die Schatten selbst waren, die mich in bestimmte Situationen gezogen hatten. Die Sehnsucht nach Geborgenheit und Zugehörigkeit hatte diese Wahrnehmung verklärt und mich mit ihrem Zuckerwasser gelockt, mir vielleicht auch den Mut gegeben, mich in diese äußerst spannungsreiche Position zu begeben.
Doch mit der gewonnenen Klarheit erkannte ich, dass ich niemals „Ruhe geben“ konnte, solange Menschen in meinem Umfeld etwas anderes wussten, als sie sagten, etwas anderes spürten, als sie taten.
Ich lernte, mich so differenziert zu beobachten, dass ich unterscheiden konnte zwischen meinen Illusionen, Sehnsüchten, Wahrnehmungsschablonen und dem, was sich im größeren Zusammenhang wirklich abspielte:

So konnte ich die ganzen Machtspielchen und Ausreden erkennen, die mich unbewusst – nicht bewusst, aber doch wirksam – gereizt hatten, nach der Wahrheit zu greifen und damit erhebliche Angst in meinem Umfeld freizusetzen: Das Gehabe um Posten, Besitz und Einfluss: Wenn ein Mensch sich hinter diesen Insignien versteckte, statt sie dankbar einem inneren Ziel zu widmen, dann hatte ich förmlich die Angst dieses Menschen „gerochen“, dass seine Ziel- und Herzlosigkeit entdeckt würde. Und ich hatte nach dem Inhalt gefragt – unbeeindruckt von der Scheingröße meines Gegenübers.

Oder das Klagen unglücklicher Partner oder Eltern: Der Missbrauch der angeblichen Verantwortung, der hier betrieben wurde, um die eigene Inhaltlosigkeit zu überdecken. Wie kann ausgerechnet ein Kind fordern, Systemzwänge zu erfüllen ? Was ist ein Partner, der nur zur Last fällt ? …

Solange ich unbewusst auf diese Nicht-Wahrhaftigkeit reagiert hatte, begegnete ich ihr mit Unverständnis, Aggression, Vorwurf. Doch nach meiner Katharsis in der Einsamkeit war etwas ganz Wichtiges geschehen: Mein Herz hatte sich geöffnet, meine Seele war verbunden mit der Seele meiner Mitwesen. Und so konnte ich meinen Weg und meine Begleiter – all die Menschen, die mir begegnet waren und die mich gelehrt hatten, meine Berufung zu erkennen, spüren und begreifen.

Ich erkannte den roten Faden in meinem Leben, während der Nachtwind durch die Kokospalmen strich und der Waran vom Fluss heraufrief: Es war still um mich, es gab keine Notwendigkeit, irgendwas oder irgendwer zu sein. Der Tod war mein Begleiter und das pralle, ungeschönte Leben pulsierte überall.
Es gab keine Notwendigkeit zu leugnen, dass ich mit meinem Willen und meinen Wünschen gescheitert war. Es gab keine Notwendigkeit, mir Pflichten aufzubürden, die mir eine Daseinsberechtigung gaben. Es gab keinen Grund mehr für die geringste Lüge, für die geringste Abweichung zwischen meiner Seele und meinem Sein.

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